bsi 200-2IT-GrundschutzISMSCE-Konformität

So wenden Sie bsi 200 2 für CE-Sicherheit an

13 Min. Lesezeit

Erfahren Sie, was der bsi 200 2 vorschreibt und wie Sie ihn im Maschinenbau für CE-Konformität und Maschinensicherheit praktisch umsetzen.

So wenden Sie bsi 200 2 für CE-Sicherheit an

In vielen Maschinenbauunternehmen liegt das CE-Dossier sauber im Ordner, die Risikobeurteilung ist aktuell, und trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl: Wer hat eigentlich festgelegt, wie Passwortschutz, Zugriffsrechte, Backup, Wiederanlauf nach Störung und dokumentierte Freigaben zusammengehören? Genau an dieser Stelle wird BSI 200-2 relevant, nicht als IT-Nebenschauplatz, sondern als operative Methodik, um Informationssicherheit so zu strukturieren, dass sie in bestehende CE- und QM-Prozesse passt.

Wer im Alltag zwischen Konstruktion, Lieferantendaten, Steuerungszugriffen und Auditvorbereitung jongliert, braucht kein theoretisches ISMS-Papier, sondern ein belastbares Vorgehen. BSI-Standard 200-2 liefert dafür seit 2017 die aktualisierte Methodik zum Aufbau, zur Überprüfung und zur Erweiterung eines ISMS, nachdem er den älteren Standard 100-2 abgelöst hat Security Insider zum Wechsel auf BSI 200-2.

Praktischer Maßstab: Wenn ein Sicherheitsprozess nicht im Projektalltag, in der Dokumentation und in der Freigabekette wieder auftaucht, ist er für den Maschinenbau meist zu abstrakt.

Inhaltsverzeichnis

<a id="einfuhrung-in-bsi-200-2"></a>

Einführung in BSI 200-2

Ein typisches Szenario kennt fast jeder CE-Beauftragte im Sondermaschinenbau: Die Anlage ist konstruktiv fertig, die Risikobeurteilung steht, und kurz vor der Abnahme fragt der Kunde nach Fernwartung, Benutzerrollen und dem Nachweis, wie die Steuerung gegen ungewollte Änderungen abgesichert ist. Dann reicht es nicht mehr, einzelne Maßnahmen nebeneinander zu stellen. Es braucht ein Vorgehen, das Sicherheitsanforderungen geordnet aufnimmt, prüft und fortschreibt.

BSI 200-2 liefert hierfür die Methodik. Der Standard ist ein zentraler Baustein der IT-Grundschutz-Methodik des BSI und beschreibt das Vorgehen zum Aufbau, zur Überprüfung und zur Erweiterung eines ISMS. In der Praxis dient er als Arbeitsrahmen, um Informationssicherheit systematisch in Unternehmen und Behörden zu verankern, statt nur technische Einzelmaßnahmen zu sammeln. Der methodische Kern liegt im Zusammenspiel mit BSI 200-1 und BSI 200-3 Einordnung des BSI-Standards 200-2.

<a id="was-der-standard-im-alltag-leistet"></a>

Was der Standard im Alltag leistet

Für Maschinenbauer ist nicht die Herkunft aus der BSI-Welt entscheidend, sondern die Arbeitslogik dahinter. Scope-Festlegung, Strukturanalyse, Schutzbedarfsfeststellung, Modellierung, IT-Grundschutz-Check, ergänzende Risikoanalyse und Maßnahmenumsetzung ergeben eine nachvollziehbare Kette Prozesskette von BSI 200-2. Das hilft, wenn Informationssicherheit sonst in vielen Einzeldokumenten zerfällt und Verantwortlichkeiten im Alltag unscharf bleiben.

Für kleinere und mittlere Betriebe zählt noch ein weiterer Punkt. Der Standard ist kein Aufwand nur für Konzerne, sondern ein gestuftes Vorgehen, das sich an vorhandene Ressourcen anpassen lässt. Er hilft dort, wo ein CE-Team keine eigene ISMS-Abteilung hat, aber trotzdem klar zeigen muss, wie Sicherheitsmaßnahmen ausgewählt, geprüft und dokumentiert werden. Die dreistufige Umsetzungssystematik mit Basis-, Standard- und Kern-Absicherung bietet dafür einen praktikablen Einstieg IT-Grundschutz als dreistufiges Modell.

Die eigentliche Stärke liegt in der Anschlussfähigkeit an bestehende CE-Prozesse. Wer Risikobeurteilung, technische Dokumentation, Änderungsmanagement und Lieferantenabstimmung bereits sauber führt, kann BSI 200-2 dort einhängen, ohne alles neu zu bauen. In kleineren Maschinenbaubetrieben liegt genau hier oft der Stolperstein, denn Fernzugriffe, Softwarestände, Rollenmodelle und Servicezugänge werden zwar technisch gelöst, aber nicht konsequent in der Dokumentation und Freigabe nachgezogen.

<a id="wann-bsi-200-2-praktisch-unverzichtbar-wird"></a>

Wann BSI 200-2 praktisch unverzichtbar wird

Die Methodik wird dann besonders wichtig, wenn Informationssicherheit nicht mehr als Einzelthema behandelt werden kann. Das ist typischerweise der Fall, sobald mehrere Systeme, Lieferanten, Fernzugänge, Anlagenräume und organisatorische Zuständigkeiten zusammenkommen. Dann reicht eine lose Sammlung technischer Maßnahmen nicht aus, weil ohne klare Struktur weder der Schutzbedarf noch die Wirksamkeit der Maßnahmen belastbar bewertet werden kann.

Sobald Schutzbedarf, Zuständigkeiten und Maßnahmen nicht mehr auf einer Seite sauber zusammenpassen, braucht es eine Methodik statt Einzellösungen.

<a id="herausgeber-und-rechtsrahmen"></a>

Herausgeber und Rechtsrahmen

Der Standard stammt vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, also vom BSI, der nationalen Cyber- und Sicherheitsbehörde in Deutschland. Das verleiht ihm in der deutschen Praxis eine besondere Autorität, weil er nicht einfach ein privates Framework ist, sondern eine offizielle Methodik für IT-Grundschutz. Für den Maschinenbau ist das vor allem dann relevant, wenn Kunden, Auditoren oder öffentliche Auftraggeber einen strukturierten Sicherheitsnachweis sehen wollen.

Wichtig ist die klare Trennung zum Maschinenrecht. Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ist die bisherige europäische Rechtsgrundlage für das Inverkehrbringen von Maschinen. Die ab 20. Januar 2027 verbindliche Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 löst sie ab und wird den Rechtsrahmen neu ordnen. Wer den Übergang plant, sollte den regulatorischen Fahrplan früh prüfen, etwa über die Übersicht zur Maschinenverordnung 2023/1230 bei CE-Copilot.

<a id="was-aktuell-fur-dach-zahlt"></a>

Was aktuell für DACH zählt

Für die Praxis bedeutet das, dass BSI 200-2 selbst keine Maschinenrechtsnorm ist und auch keine CE-Konformität ersetzt. Er kann aber als saubere organisatorische Grundlage dienen, wenn Informationssicherheit Teil der technischen Gesamtauslegung wird. Genau das wird in Betrieben wichtig, die Software, Vernetzung und Fernzugriff mit klassischer Maschinensicherheit verbinden müssen.

Die operative Aussage ist deshalb einfach. Die Maschinenrichtlinie oder später die Maschinenverordnung regeln die Konformität der Maschine, BSI 200-2 strukturiert die Informationssicherheit. Wer beides sauber trennt, dokumentiert präziser und vermeidet unnötige Doppelarbeit.

<a id="ubergang-und-einordnung"></a>

Übergang und Einordnung

Für KMU im Maschinenbau ist die beste Haltung weder „nur CE“ noch „nur IT-Security“. Sinnvoll ist die Verzahnung: CE-Dokumentation behält den Fokus auf Gefährdungen, Schutzmaßnahmen und Konformitätsbewertung, während BSI 200-2 den Rahmen für systematische Sicherheitsprozesse liefert. Das passt besonders gut zu Betrieben, die Sicherheitsfunktionen, Steuerungszugriffe und Dokumentationspflichten in einem Zug beherrschen müssen.

<a id="kernanforderungen-und-empfehlungen-in-bsi-200-2"></a>

Kernanforderungen und Empfehlungen in BSI 200-2

In der Praxis hilft BSI 200-2 vor allem dann, wenn ein Betrieb Sicherheitsarbeit nicht als Zusatzprojekt, sondern als Teil der vorhandenen Abläufe aufsetzt. Die drei Ebenen Basis-Absicherung, Standard-Absicherung und Kern-Absicherung geben dafür eine klare Staffelung vor, die je nach Schutzbedarf und verfügbaren Ressourcen unterschiedlich tief umgesetzt wird. Für kleinere Maschinenbauer ist das sinnvoll, weil nicht jede Steuerung, jede Retrofit-Lösung und jede Engineering-Umgebung denselben Schutzbedarf hat.

Eine Infografik zeigt die drei Stufen der BSI 200-2 Absicherung von der Basis bis zur Kern-Absicherung.

<a id="die-drei-stufen-im-betrieblichen-kontext"></a>

Die drei Stufen im betrieblichen Kontext

Basis-Absicherung ist der passende Einstieg, wenn Abläufe erst geordnet werden müssen. Hier stehen grundlegende Sicherheitsmaßnahmen und Mindestanforderungen im Vordergrund, also genau die Punkte, die in kleinen Organisationen oft liegen bleiben, weil niemand die Gesamtverantwortung sauber zugeordnet hat.

Standard-Absicherung passt zu Betrieben, die wiederkehrende Prozesse, nachvollziehbare Dokumentation und regelmäßige Prüfungen brauchen. In technischen Umgebungen ist das meist der sinnvolle Zielzustand, wenn nicht jede Anlage gleich kritisch ist, der Betrieb aber klar geregelt sein muss.

Kern-Absicherung ist für besonders kritische Systeme gedacht, bei denen Ausfall oder Manipulation spürbare Folgen hätten. Im Maschinenbau betrifft das vor allem zentrale Steuerungen, sicherheitsrelevante Kommunikationswege und besonders sensible Betriebsbereiche.

Wer industrielle Sicherheitsanforderungen bereits an internationalen Schnittstellen ausrichten muss, sollte die Logik auch mit passenden Branchenanforderungen abgleichen, etwa mit Blick auf IEC 62443-2-4 für Systemintegratoren und Dienstleister. In vielen kleinen Maschinenbauunternehmen ist genau dieser Abgleich hilfreich, weil interne IT, Steuerungstechnik und externe Servicepartner oft gemeinsam an derselben Anlage arbeiten.

<a id="die-methodischen-bausteine"></a>

Die methodischen Bausteine

Die Prozesskette von BSI 200-2 folgt einer klaren Reihenfolge. Zuerst steht die Scope-Festlegung, also die Frage, was überhaupt betrachtet wird. Danach kommen Strukturanalyse, Schutzbedarfsfeststellung, Modellierung mit passenden Modulen aus dem IT-Grundschutz-Kompendium, der IT-Grundschutz-Check, eine ergänzende Risikoanalyse und am Ende die Maßnahmenumsetzung Methodik und Prozesskette des Standards Ableitung von Schutzbedarfen und Modulauswahl.

Gerade in CE-nahen Projekten ist diese Reihenfolge nützlich, weil Schutzbedarf nicht erst am Schluss bewertet werden darf. Erst wird festgelegt, welche Maschine, welches System und welche Schnittstelle betrachtet werden, dann folgt die Bewertung von Risiken, Folgen und passenden Maßnahmen. Wer das sauber trennt, vermeidet Mischdokumente, in denen organisatorische und technische Anforderungen unscharf nebeneinanderstehen.

Die typische Fehlannahme lautet, dass man erst dokumentieren und später schützen kann. In der Praxis muss die Dokumentation die Schutzentscheidung direkt abbilden.

<a id="was-in-der-umsetzung-zahlt"></a>

Was in der Umsetzung zählt

Nicht jede Organisation braucht sofort den vollständigen methodischen Ausbau. Entscheidend ist, dass der gewählte Reifegrad begründet ist und zu Schutzbedarf, Personal und Systemlandschaft passt. Für kleine Maschinenbauer ist genau diese Abstufung oft der Unterschied zwischen umsetzbarer Praxis und einem Papierprojekt, das im Alltag niemand trägt.

Ein häufiger Stolperstein ist die fehlende Verzahnung mit den bestehenden CE-Prozessen. Wenn Risikoanalyse, Änderungsmanagement, Lieferantendokumentation und Zugriffsverwaltung getrennt laufen, entstehen Lücken an den Schnittstellen. Besser ist es, BSI 200-2 dort einzubauen, wo im Betrieb ohnehin Anforderungen geprüft, Verantwortlichkeiten festgelegt und technische Änderungen dokumentiert werden.

<a id="relevanz-fur-ce-konformitat-und-maschinensicherheit"></a>

Relevanz für CE-Konformität und Maschinensicherheit

In der Praxis zeigt sich die Relevanz von BSI 200-2 oft erst dann, wenn eine Maschine nicht mehr nur aus Mechanik und Elektrik besteht. Sobald Software, Fernzugriff, Netzwerkverbindungen und Berechtigungen mit der Sicherheitsfunktion zusammenhängen, reicht eine rein klassische CE-Betrachtung nicht mehr aus. Genau dort ergänzt der Standard die bestehende CE-Arbeit, weil er organisatorische und digitale Risiken strukturierter in die technische Bewertung einbindet.

Übersichtsgrafik zur Relevanz von BSI 200-2 für die CE-Konformität und die Sicherheit von Maschinen in der Automation.

<a id="wo-die-verzahnung-sinnvoll-wird"></a>

Wo die Verzahnung sinnvoll wird

Die Ableitung von Schutzbedarfen aus Geschäftsprozessen passt gut zur Arbeitsweise in der CE-Dokumentation. Zuerst wird klar beschrieben, welche Maschine oder Anlage welchen Zweck erfüllt, welche Schnittstellen vorhanden sind und welche Folgen ein Ausfall, eine Fehlfunktion oder ein ungewollter Zugriff haben kann. Diese Reihenfolge hilft auch bei der Risikobeurteilung nach EN ISO 12100 und bei sicherheitsbezogenen Steuerungsfunktionen nach EN ISO 13849-1.

Für kleine Maschinenbauer ist das oft der Punkt, an dem aus einzelnen Fachsichtweisen ein belastbarer Gesamtzusammenhang werden muss. Konstruktion, Software, Service und IT sprechen im Alltag nicht immer dieselbe Sprache, die CE-Akte braucht aber genau diese Verbindung. Wenn Schutzbedarf, technische Maßnahme und Verantwortlichkeit aufeinander bezogen dokumentiert sind, wird die spätere Konformitätsarbeit deutlich einfacher nachvollziehbar.

Ein strukturierter ISMS-Prozess kann die Konformitätsvermutung stützen, wenn harmonisierte Normen konsequent angewendet und sauber dokumentiert werden. Das liegt nicht daran, dass BSI 200-2 selbst eine CE-Norm wäre, sondern daran, dass die Methodik die Nachvollziehbarkeit verbessert. Wer Schutzbedarf, Maßnahmen und Prüfstatus sauber festhält, reduziert Rückfragen im technischen Dossier und vermeidet doppelte Abstimmungen zwischen CE und IT.

<a id="was-in-der-praxis-besser-lauft"></a>

Was in der Praxis besser läuft

Viele Unternehmen trennen CE und IT-Sicherheit zu strikt. Dann entstehen doppelte Erfassungen, widersprüchliche Tabellen und Medienbrüche zwischen Konstruktion, Software und Service. Besser ist ein gemeinsames Dokumentationsverständnis, bei dem Sicherheitsanforderungen aus dem Geschäftsprozess abgeleitet und anschließend in die technische Bewertung überführt werden.

Praxisregel: Wenn eine Schutzmaßnahme für die CE-Risikobeurteilung relevant ist, sollte sie im ISMS nicht anders benannt oder anders bewertet werden.

Gerade kleinere Maschinenbauer stoßen hier auf typische Probleme. Häufig fehlt eine klare Zuordnung, wer technische Änderungen freigibt, wer Zugriffe auf Steuerungen verwaltet und wer die Aktualität der Nachweise sicherstellt. Wenn diese Punkte nicht in den bestehenden CE-Prozess eingebunden werden, bleibt BSI 200-2 ein Zusatzdokument ohne Wirkung im Alltag.

<a id="was-bsi-200-2-dafur-konkret-verlangt"></a>

Was BSI 200-2 dafür konkret verlangt

Der Standard verlangt, dass Schutzbedarfe aus Geschäftsprozessen abgeleitet und passende IT-Grundschutz-Module ausgewählt werden, um daraus Sicherheitsmaßnahmen zu bilden BSI 200-2 und Schutzbedarfsableitung. Für den Maschinenbau ist das hilfreich, weil es die technische Dokumentation nicht aufbläht, sondern ordnet. Die Verantwortung für die CE-Konformität bleibt beim Hersteller, und genau deshalb muss die Einbindung in die bestehenden Prozesse so sauber erfolgen.

<a id="praktische-umsetzungscheckliste"></a>

Praktische Umsetzungscheckliste

Wer BSI 200-2 im Maschinenbau sauber umsetzen will, sollte nicht mit Maßnahmenlisten beginnen, sondern mit dem Zuschnitt des Systems. Sonst entsteht schnell eine Mischung aus Excel, Word und Einzelwissen, die zwar Fleiß zeigt, aber keinen belastbaren Nachweis liefert. Für die Dokumentation gilt deshalb dieselbe Regel wie bei der CE-Akte, erst der Geltungsbereich, dann die Substanz.

Eine Infografik mit fünf Schritten für eine praktische Umsetzungscheckliste zur IT-Sicherheit und Risikobewertung.

<a id="die-umsetzungsreihenfolge"></a>

Die Umsetzungsreihenfolge

  1. Scope-Festlegung. Hier werden Anlagen, Standorte, Netze, Servicezugänge und organisatorische Grenzen definiert. Ohne diese Abgrenzung ist jede spätere Prüfung unscharf.
  2. Strukturanalyse. Danach werden Komponenten, Abhängigkeiten und Schnittstellen sichtbar gemacht. In Maschinenbaubetrieben betrifft das meist Steuerungen, HMI, Engineering-Stationen, Fernwartung und relevante Räume.
  3. Schutzbedarfsfeststellung. Jetzt wird festgelegt, welche Werte besonders kritisch sind, etwa Verfügbarkeit, Integrität oder Vertraulichkeit. Die Einordnung muss aus dem Geschäftsprozess ableitbar sein, nicht aus Bauchgefühl.
  4. IT-Grundschutz-Check. Die Bewertung erfolgt mit Ja, Teilweise, Nein und Entbehrlich. Bei Entbehrlich braucht die Nicht-Anwendbarkeit eine Begründung.
  5. Maßnahmenumsetzung und Überprüfung. Technische und organisatorische Maßnahmen werden umgesetzt, dokumentiert und später erneut geprüft. Die Prozesskette beschreibt zusätzlich Modellierung, ergänzende Risikoanalyse und fortlaufende Maßnahmenumsetzung.

<a id="was-dokumentiert-werden-sollte"></a>

Was dokumentiert werden sollte

Für die Praxis reicht es nicht, Maßnahmen nur zu behaupten. Notwendig sind belastbare Nachweise zu Zuständigkeiten, Prüfergebnissen, Freigaben und Abweichungen. Das betrifft auch die Frage, warum eine Maßnahme in einem Fall umgesetzt und in einem anderen Fall als nicht erforderlich begründet wurde.

  • Geltungsbereich sauber festhalten: Welche Maschinen, Systeme und Standorte gehören dazu, welche nicht.
  • Schutzbedarf begründen: Nicht nur bewerten, sondern die Begründung aus dem Prozess ableiten.
  • Prüfergebnisse versionieren: Änderungen müssen nachvollziehbar bleiben, sonst verliert der Check seinen Wert.
  • Maßnahmenstatus pflegen: Was offen ist, was umgesetzt wurde und was noch verifiziert werden muss.

Wer die Risikobewertung in bestehende technische Dokumente integriert, vermeidet doppelte Pflege. Für die saubere Strukturierung von Bewertungslogiken kann eine Vorlage wie die Risiko-Matrix-Vorlage bei CE-Copilot als organisatorische Orientierung dienen, solange die Bewertung selbst fachlich im Unternehmen verankert bleibt.

<a id="typische-fallstricke-und-losungsansatze"></a>

Typische Fallstricke und Lösungsansätze

Das häufigste Problem bei kleineren Maschinenbauern ist nicht fehlendes Verständnis, sondern knappe Zeit. Die Leitung will Ergebnisse, die Konstruktion will weiterarbeiten, und die Dokumentation landet bei einer Person, die nebenbei noch Projekttermine und Lieferantenfragen erledigt. Genau dort scheitern viele ISMS-Versuche, weil die Methode zu groß für den Alltag aufgesetzt wird.

Übersicht über typische Fallstricke in Unternehmen und die passenden Lösungsansätze zur Prozessoptimierung in der Übersicht.

<a id="was-in-der-praxis-am-haufigsten-hakt"></a>

Was in der Praxis am häufigsten hakt

Ressourcenengpässe führen dazu, dass die Dokumentation nur dort gepflegt wird, wo der nächste Audit-Termin droht. Das ist kurzfristig verständlich, aber fachlich schwach. Unklare Rollenverteilung sorgt zusätzlich dafür, dass niemand die Verantwortung für Schutzbedarf, Freigabe oder Nachprüfung wirklich trägt.

Ein drittes Muster ist die fehlende iterative Überprüfung. Der Standard fordert jedoch eine iterative Prozesssteuerung mit regelmäßiger Neubewertung und Anpassung der Sicherheitsmaßnahmen an Vorfälle iterative Sicherheitsprozesssteuerung nach BSI 200-2. Wer nach der Erstaufnahme stoppt, produziert schnell veraltete Nachweise.

<a id="was-in-kleinen-teams-besser-funktioniert"></a>

Was in kleinen Teams besser funktioniert

Hilfreich ist eine knappe Rollenlogik mit klaren Zuständigkeiten. Eine Person verantwortet die fachliche Bewertung, eine andere die technische Umsetzung, und die Leitung gibt den Sicherheitsprozess frei und stellt Ressourcen bereit. Genau diese Trennung verhindert, dass alles an einer Stelle hängen bleibt.

Auch digitale Werkzeuge helfen, wenn sie nicht nur Daten sammeln, sondern Abläufe disziplinieren. Automatisierte Prüflisten, versionierte Dokumente und revisionssichere Nachweise reduzieren Sucharbeit. Wichtig ist dabei nicht das Tool allein, sondern die Fähigkeit, Änderungen wieder in den Prozess zurückzuführen.

Wer Änderungen nicht nachverfolgt, baut kein ISMS, sondern eine Momentaufnahme.

<a id="warum-iteration-kein-zusatz-ist"></a>

Warum Iteration kein Zusatz ist

Die Sicherheitslage in Maschinenumgebungen ändert sich mit Softwareständen, Fernwartung, Lieferantenwechseln und Umbauten. Deshalb muss die Methode nicht nur einmal dokumentiert, sondern laufend aktualisiert werden. Gerade für KMU ist das der Punkt, an dem pragmatische Standards den Unterschied machen, weil sie Wiederholbarkeit erzwingen statt Einzeldisziplin zu erwarten.

<a id="fazit-und-ausblick"></a>

Fazit und Ausblick

BSI 200-2 ist für den Maschinenbau dann stark, wenn er nicht als separates IT-Projekt behandelt wird, sondern als Organisationsmethodik für strukturierte Informationssicherheit. Seine größte Stärke liegt in der Verbindung von Schutzbedarf, Prozessklarheit und überprüfbarer Umsetzung. Genau damit unterstützt er die CE-nahe Dokumentation, ohne sie zu ersetzen.

Wer die Methode in bestehende CE-Prozesse integriert, vermeidet Dopplungen und schafft mehr Nachvollziehbarkeit für Risikobeurteilung, Maßnahmenverfolgung und Auditvorbereitung. Gleichzeitig bleibt die Pflicht klar, die Konformitätserklärung liegt weiterhin in der Verantwortung des Herstellers. Dieser Beitrag liefert allgemeine Information und keine rechtsverbindliche Beratung.

Für kleinere Maschinenbauer ist der pragmatische Weg meist der beste. Erst den Geltungsbereich sauber ziehen, dann Schutzbedarf und Rollen klären, danach Maßnahmen sauber nachhalten. Wer das digital unterstützt und revisionssicher dokumentiert, spart im Alltag spürbar Koordinationsaufwand.


Wenn Sie CE-Dokumentation, technische Unterlagen und Sicherheitsnachweise ohne Medienbrüche zusammenführen wollen, starten Sie mit CE-Copilot und prüfen Sie, wie sich Risikoanalyse, Normenbezug und revisionssichere Dokumente in einem durchgängigen Prozess abbilden lassen.

CE-Kennzeichnung Schritt für Schritt

CE-Copilot führt KMU und Maschinenbauer durch Risikobeurteilung, Normenrecherche und Konformitätserklärung, nach Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und vorbereitet auf die EU-Maschinenverordnung 2027.

Weitere Beiträge