Prüfprotokolle für Maschinen
Bevor eine Maschine in Verkehr gebracht wird, müssen die in der Risikobeurteilung festgelegten Schutzmaßnahmen tatsächlich geprüft werden — nicht nur auf dem Papier. Dieser Ratgeber erklärt, welche Rolle Prüfprotokolle im CE-Prozess spielen und wie das Prüfprotokoll-Modul von CE-Copilot Sie bei einer normkonformen, prüfsicheren Verifizierung und Validierung unterstützt.
Was sind Prüfprotokolle im CE-Kennzeichnungsprozess?
In der Risikobeurteilung legt der Hersteller fest, mit welchen Schutzmaßnahmen er die Gefährdungen seiner Maschine mindert. Bevor die Maschine jedoch in Verkehr gebracht wird, müssen diese Schutzmaßnahmen verifiziert und validiert werden — das fordert die EN ISO 12100 als letzten Schritt des Risikominderungsprozesses. Ein häufiger Fehler ist, dass Maßnahmen zwar in den Unterlagen stehen, aber nie tatsächlich geprüft wurden.
Genau diese Lücke schließen Prüfprotokolle: Sie dokumentieren die tatsächlich durchgeführte Prüfung der Maschine. Dazu gehören die elektrische Sicherheit nach EN IEC 60204-1, die Sicherheitsfunktionen nach EN ISO 13849-1, die mechanischen Prüfungen, Hydraulik und Pneumatik nach EN ISO 4413/4414, die Geräuschemission nach EN ISO 3744 sowie die abschließende Endabnahme.
Prüfprotokolle sind kein optionales Beiwerk, sondern Teil der technischen Unterlagen nach Anhang VII der Maschinenrichtlinie. Sie belegen gegenüber Marktaufsicht und Sachverständigen, dass die in der Risikobeurteilung festgelegten Schutzmaßnahmen vor dem Inverkehrbringen nachweislich geprüft wurden.
Verifizierung und Validierung der Schutzmaßnahmen
Die EN ISO 12100 nennt die Verifizierung und Validierung der Schutzmaßnahmen ausdrücklich als letzten Schritt der Risikominderung. Verifizierung bedeutet, zu prüfen, ob eine Schutzmaßnahme korrekt umgesetzt wurde; Validierung bedeutet, zu prüfen, ob sie ihren Zweck im realen Betrieb tatsächlich erfüllt. Erst wenn beide Nachweise vorliegen, ist der Kreis der Risikobeurteilung geschlossen.
In der Praxis bedeutet das, jede festgelegte Maßnahme an der fertigen Maschine zu überprüfen — und das Ergebnis mit konkreten Messwerten zu belegen, etwa dem Schutzleiterwiderstand, dem Systemdruck oder dem gemessenen Schallpegel. Ein bloßes Häkchen „erledigt“ reicht nicht: Ohne dokumentierte Prüfung bleibt offen, ob die Schutzmaßnahme nur geplant oder auch wirksam ist. Das Prüfprotokoll macht diesen Nachweis nachvollziehbar und prüffähig.
Das Prüfprotokoll-Modul in CE-Copilot
Im Folgenden sehen Sie die zentralen Funktionen — jeweils mit ihrem konkreten Vorteil und dem Nutzen für Ihre tägliche Arbeit.
Maschinenprofil-Filter für Elektrik, Hydraulik, Pneumatik, Lärmquelle, Laser, Gefahrstoffe und kontaktlose Schutzeinrichtungen
Sie hinterlegen einmalig das Profil Ihrer Maschine, und es werden ausschließlich die für diese Maschine relevanten Prüfpunkte eingeblendet. Eine Maschine ohne Hydraulik zeigt keine Hydraulik-Prüfungen, eine Maschine ohne Laserquelle keine Laser-Prüfungen.
Sie arbeiten ein fokussiertes, auf Ihre Maschine zugeschnittenes Protokoll ab — ohne irrelevante Punkte und ohne das Risiko, eine zutreffende Prüfung zu übersehen.
Normgeführte Prüfpunkte in sechs Abschnitten nach EN IEC 60204-1, EN ISO 13849-1, EN ISO 4413/4414, EN ISO 3744 und EN ISO 12100
Die Prüfpunkte sind in sechs Abschnitte gegliedert — elektrische Sicherheit, Sicherheitsfunktionen, mechanische Prüfungen, Hydraulik/Pneumatik, Geräuschemission und Endabnahme — und jeweils der einschlägigen Norm zugeordnet.
Sie prüfen entlang der harmonisierten Normen statt aus dem Gedächtnis und können bei jedem Punkt belegen, auf welche Norm sich die Prüfung stützt.
Vier-Status-System je Punkt plus Messwert- und Datumsfelder
Jeder Prüfpunkt erhält einen von vier Status (offen / bestanden / nicht bestanden / nicht zutreffend) und bietet Messwertfelder für die tatsächlich gemessenen Werte — etwa Schutzleiterwiderstand in Ω, Systemdruck in bar oder Schallpegel in dB(A) — sowie Datumsfelder.
Sie dokumentieren nicht nur, dass geprüft wurde, sondern auch mit welchem Ergebnis und Messwert — der häufige Fehler, dass Maßnahmen nur „auf dem Papier“ stehen, wird sichtbar vermieden.
Automatisches, projektbezogenes Speichern als Teil der technischen Akte
Alle Eingaben werden automatisch und projektbezogen gespeichert. Das Protokoll bleibt der Maschine zugeordnet und entwickelt sich zu einem prüffähigen, nachvollziehbaren Abnahmeprotokoll.
Sie erhalten ein prüffähiges Abnahmeprotokoll als Teil der technischen Unterlagen nach Anhang VII — ohne separate Dateiablage und ohne Datenverlust.
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